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14. Mai 2022
POUPETTE ein Projekt von und mit Marie Jung
Théâtre National du Luxembourg

Poupette erzählt von einer Frau, die es eigentlich nicht geben kann. Sie ist jung, sie ist alt, blickt gleichsam optimistisch in die Zukunft zurück. Sie springt lustvoll zwischen Wahrheit und Behauptung, zwischen Stärke und Schwäche hin und her. Sie spielt. Zurückgeworfen auf sich selbst, erzählt sie, während sie versucht zu schweigen. Sie weiß, dass man ihr dabei zuschaut, zuhört. Dass man sie beurteilt. Wird man sie als Opfer wahrnehmen? Oder als Täterin? Warum kann sie nicht aufhören? Warum kann sie nicht schweigen?
Ihr Monolog kreist um etwas, um eine Geschichte, die sie nicht loslässt. Die Kreise werden kleiner und kleiner. Muss man den Schmerzpunkt eines Menschen kennen, um ihn zu verstehen?
Marie Jungs erster Bühnentext erforscht die Ambivalenz und die Gleichzeitigkeit scheinbarer Paradoxien, das real existierende Nebeneinander verschiedener Wahrheiten, die im selben Moment auch Lügen sein können. Ihr Monolog ist eigentlich ein Dialog — zwischen Text und Laut, Schauspielerin und Publikum, Figur und Selbst. Zwischen dem Ich und der Welt, die dieses Ich, diese Frau, reduzieren und in ein Schema pressen will. Doch die Frau leistet Widerstand.


https://www.tnl.lu/poupette